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Tierschutzverein Soltau

Willi
Warum ausgerechnet eine Seite über "Willi".....
Es gibt viele Willis - und vor allem ganz viele der sog."armen Willis",diejenigen,die immer hintenan stehen,die dem Idealbild nicht entsprechen....
Und genau dazu gehört unser Schnauzer-Mix.
(Aug.2010)
Hintergrund:
Willi wurde abgegeben.Im Juli 2010 fuhr ein Wagen am TH vor,eine Frau stieg aus,kam in's Büro und sagte,sie hätte einen Hund im Auto - ihren eigenen - und der müsse nun dringend weg.Das Tier sei inzwischen unberechenbar,neige zum Schnappen und mit den kleinen Kindern auf dem Hof gehe das nicht mehr.
Wir hatten zwar keinen Platz,ich bin aber trotzdem mit rausgegangen,um mir den Hund anzusehen.Auf der Rückbank,zwischen zwei stabilen Männern,kauerte eben jener "arme Willi".
Er tat mir in dem Moment unendlich leid und so machten wir einen Deal: sie bezahlten für einige Zeit seine Unterkunft in einer Hundepension und wir würden ihn anschließend übernehmen.
(Aug.2010)
Willi zog in die Pension und dort blieb er bis zum Februar 2011......,er war unser letzter Hund,den wir zu uns in das Tierheim rübergeholt haben.
Pension:
Von der Zeit in der Pension wissen wir leider nicht allzu viel.
Er hatte einen geräumigen Zwinger und einen ebensolchen Auslauf.Während dieser Zeit war er einmal kurz zur tierärztlichen Behandlung bei uns im Tierheim.Er wurde per Auto gebracht und ging einigermaßen konfliktfrei an der Leine.Von diesem Besuch stammen auch die obigen Bilder.
Die Pension füllte sich mit unseren Hunden : Leo,Roxy,Vania,Buddy,Vicky,Hera,Kira,Attila ,die zahlreichen DaPi-Mixe und ...Willi.
Buddy,Hera,Attila und mehrere DaPi-Mixe hat das TH Hodenhagen uns abgenommen,Vicky und Roxy wurden von der Pension aus direkt in ein neues Zuhause vermittelt,Leo zog auf eine Pflegestelle (inzwischen vermittelt).Kira,Vania und der Großteil der DaPi-Mixe kam zu uns - Willi blieb zurück.
Irgendwann hieß es,er ließe sich kein Halsband mehr anlegen,geschweige denn,sich anleinen.Warum??Keine Ahnung.....
Im Januar 2011 beschlossen wir,daß es nun Zeit sei,Willi zu holen.Damit wir nicht völlig fremd für ihn sind,haben Sandra,Gaby und Kerstin den Willi in der Pension kurz vor dem Umzug besucht.
Der Umzug
Die Planung des Umzugs bereitete uns etwas Kopfzerbrechen.Willi's Abneigung gegen jede Art von Halsung stand einem problemlosen Transport eindeutig entgegen.
Es blieb uns also nichts anderes übrig,als den Bengel müde zu machen und ihn dann in das Auto zu tragen.Aber wie hält man einen Hund fest,der eine Spritze bekommen soll,wenn er gar keinen "Griff" hat,an dem man ihn einigermaßen sicher halten kann???
In dieser Situation half dann der Einsatz des Blasrohrs.
Angesichts der fremden Leute,die offensichtlich seinetwegen da waren,wollte Willi aber gar nicht müde werden :-((
Das Blasrohr mußte noch einmal her,anschließend dann noch eine Einschlafhilfe per Spritze.
Vorsichtig haben wir dann den FAST schlafenden Jungen in das Tierheim-Auto getragen,in einer Box gesichert und ihn nach Tiegen gebracht.Dort angekommen,standen wir vor dem nächsten Problem : die Transportbox war zu groß - sie paßte nicht durch die Zwingertür.Oder andersherum : die Zwingertüren sind eindeutig zu klein,selbst für nur mäßig große Boxen!
Wir haben Willi dann vorsichtig mit seiner Decke aus der Kiste rausgezogen und ihn anschließend weich und warm gebettet .
Der schwierige Teil war nun geschafft und Willi konnte in aller Ruhe seinen "Rausch" ausschlafen.
Im Tierheim
Nun war er da - der Willi.
Praktische Lösung : da er nicht spazieren gehen konnte (mangels Halsband) ,haben wir die anderen Hunde eingesperrt,die Klappen zugemacht und ihn dann an den leeren Außenboxen vorbei in die Ausläufe gelassen.
Zu Anfang fand er das auch ganz toll : so viele fremde Leute,alle sind nett zu ihm,reden mit ihm.Abends kam Kerstin dann noch und hat sich mit ihm beschäftigt....
Aber so richtig weitergebracht hat ihn das auch alles nicht.Er mußte ja auch mal irgendwann wieder an eine Halsung gewöhnt werden.
Nadine
Vor einigen Wochen stand dann Nadine in der Tür.
Sie hatte ihre theoretische Ausbildung zur Hundepsychologin hinter sich und wollte praktische Erfahrungen sammeln.Ob wir einen Hund hätten,dem sie helfen könnte.
Natürlich! WILLI !!

Erste Kontaktaufnahme ... ;-))

Willi findet es super,daß sich jemand mit ihm beschäftigt - nur mit ihm ganz allein!
Er ist ein sehr anhänglicher und schmusebedürftiger Hund,der auch sehr gerne bekuschelt und gestreichelt werden möchte.
Nadine kommt 4x die Woche für ca.1 Stunde.Dann ist der Willi auch erst einmal erschöpft.
Nach langsamem Vertauensaufbau läßt er sich nun ein Geschirr anlegen.

Wobei : Willi mag durchaus nicht jedes x-beliebige Geschirr!!
Ich hatte eine Auswahl an passenden Geschirren mit in den Auslauf genommen : auf einige Exemplare ist er regelrecht "abgefahren".Die hätte er wohl am liebsten in ihre Einzelteile zerlegt.Woran genau das liegt,wissen wir noch nicht.Aber das hier abgebildete Teil akzeptiert er.
Heute (27.5.) war nun "Leinentag".......
7.6.2011 :
Nachdem Willi sich nun sein gewohntes Geschirr recht problemlos anlegen läßt,machen wir uns mit vereinten Kräften an die Leinenführigkeit.....

Und das sieht folgendermaßen aus:
Willi hält sich mit Leine zunächst im Auslauf auf.
Wenn er einigermaßen entspannt ist,komme ich mit meinen Hunden dazu - allerdings an das Gitter im Innenbereich


Willi kennt Greta (li.) und Snorre (re.) bereits von mehreren Kontakten und reagiert ausgesprochen freundlich auf die beiden.Was allerdings auch kein Kunststück ist,denn vor allem Snorre ist fast perfekt im Umgang mit Artgenossen.
Heute haben wir die Übung intensiviert,den Schwierigkeitsgrad gesteigert.
Zuerst ein normaler Kontakt.Willi hat sich gefreut,war freundlich.
Dann die Steigerung.
Ich habe mich mit den beiden entfernt und
Nadine ist mit Willi an der Leine in den hinteren Bereich des Auslaufs gegangen.Dann bin ich mit Greta und Willi zurück an's Gitter - und wie erwartet,wollte Willi da hin.Ging aber nicht : die Leine hat ihn gehindert.So,wie es im normalen Leben eben ist : man kann nicht SOFORT alles,was man gerne möchte.Und unser Willi hat die Leine als "Feind" ausgemacht.Jedoch hauptsächlich dann,wenn sie sich um seine Beine gewickelt hatte.Da wurde er unwirsch und etwas pampig,begann,in die Leine zu beißen.Hat aber auf die Umlenkung recht schnell und sicher reagiert.

So weit - so gut.
Bis jetzt ist Willi IMMER abrufbar .
Was wird geschehen,wenn Paulo auf der anderen Seite des Gitters auftaucht...?????
Paulo und Willi : die beiden hassen sich "bis auf's Blut"
Aber auch das müssen wir austesten.Denn Willi wird auch außerhalb des TH nicht immer nur auf Artgenossen treffen,die ihm sympathisch sind!
Keine Angst - wir bringen niemanden in Gefahr!
10.6.:
Heute war wieder eine Trainingseinheit angesagt.
Es war nicht nur Nadine dabei,sondern auch noch ein hunde-erfahrenes Paar,das Willi's Fortschritte sehr interessiert begleitet.
Am Ende der Unterrichtsstunde haben wir dann beschlossen,daß die heutige Stunde mit einem kleinen Spaziergang beendet werden sollte.
Allerdings zunächst auf einer eher reizarmen Strecke,damit Willi nicht aus der Fassung gerät ,sattdessen den Ausflug in guter Erinnerung behält.
Ich denke,das ist uns ganz gut gelungen.....

(Dieses Foto von Willi hat Lea Vorwerk gemacht)
16.6. :
Unser Willi hat im Moment keine gute Phase.
Er läßt sich problemlos sein Geschirr anlegen,war auch bereits einige Male spazieren.Wir müssen ihm zugestehen,daß er Zeit braucht,die vielen Eindrücke seiner Ausflüge abarbeiten zu können.Soll er auch gerne...
Es gibt aber nach wie vor Momente,in denen man neben ihm steht und denkt : das kann jetzt nicht wahr sein... :-(
So wie am Dienstag :
Alle Hunde sind weggesperrt,keine Chance zum Nervös - werden.Er soll einfach nur,so wie immer,vom Auslauf in seinen Zwinger laufen.Aber nein,sagt sich der Willi,heute möchte ich mal mit Joker zanken.Der sitzt zwar auf der anderen Zaunseite im Außenzwinger.Macht nix,streiten kann man trotzdem vorzüglich.Und dann verliert der Kleine die Kontrolle über sich : reißt wie von Sinnen am Draht,verbeißt sich darin.
Der Quitschie hat die Situation letztlich gerettet,er hat Willi eine Art "Brake" beschert,so daß er ansprechbar war und in seine Box gebracht werden konnte.
Und was heute der Auslöser war : keine Ahnung.
Nadine wollte Willi angeleint in dessen Box bringen.Das gleiche Gezuppel wie am Dienstag.In die Leine verbeissen,ebenso in Nadine's Umhängetasche.Nicht mehr ansprechbar sein,keine Reaktion auf Kommandos.Aber auch dieser Moment ging vorüber - und unser Willi war wieder unser Bester.
Das heißt für uns,die Situationen noch einmal nacharbeiten,Strategien überlegen.
21.6. :
Hallo,
ich bin's ,der Willi!.
Meine Privatlehrerin hat zwar Urlaub - aber Gabi und Stefan kommen jeden Tag,um mit mir spazieren zu gehen,zu kuscheln,Vertrauen aufzubauen :-)
Ich finde das ganz toll!
Und heute durfte ich zu den beiden nach Hause.Jawohl!
Ich bin in das Auto eingestiegen (mutig!) und dann habe ich mir das Heim von den Zweibeinern anschauen dürfen.Gefällt mir!
Anschließend sind wir noch in den Wacholderpark gefahren,um ein wenig die Natur zu genießen.Na ja,ich glaube,die wollten nur mal testen,wie gut ich als Beifahrer bin.
Gegen Abend mußte ich wieder in das Tierheim.Gabi und Stefan redeten eine Zeit lang mit Susanne.Ich war ganz still,um alles mitzukriegen.Und obwohl sie bei Joker im Auslauf waren,konnte ich hören,daß ich tatsächlich im Juli abgeholt werden soll - für immer!!!!
Die setzen sogar einen Zaun um ihr Grundstück,damit ich dort frei laufen darf (aber nicht abhauen kann....).
Ich kann das alles noch gar nicht fassen.Und ich habe ein wenig Angst,daß ich mich nicht immer so verhalte,wie es von mir erwartet wird und Gabi und Stefan dann enttäuscht sind.Aber ich meine es wirklich und ehrlich nicht böse,wenn ich mal "ausraste".Ich weiß mir in dem Moment halt nicht anders zu helfen...!!!
Ich weiß aber auch,daß Susanne und Nadine ALLES daran setzen werden,mein Verhalten richtig zu deuten,mir den Rücken zu stärken,mich zu "erklären".Ich verspreche : ich werde mich bemühen.
Ich freu' mich so sehr!
Euer Willi
28.6.:
Wo solch ein helles Licht ist,da ist natürlich auch Schatten!
Nicht nur,daß meine Zweibeiner zwei Wochen lang nicht da sind,nein,ich soll auch in der Zeit zum Tierarzt.Ausgerechnet ICH,nach der Vorgeschichte und meiner Panik.Aber es nützt nichts.Einmal hin,Narkose,kastrieren,wieder in mein Noch-Zuhause und ausschlafen.......
Sandra und Sascha haben fest versprochen,mich zu begleiten,sich um mich zu kümmern,meine Pfote zu halten.
Und ab dann sind es nur noch 10 Tage.
Jetzt üben wir , in das Tierheim-Auto einzusteigen.
Meine Erinnerung daran ist ja ganz schlecht und angstbesetzt ,ich bin auch gestern ganz unruhig und zappelig geworden.Wenn dieser Tierarzt-Tag bloß schon vorbei wäre!
Aber heute gehen wir erst einmal wieder ausgiebig spazieren,baden in der Aue,haben Spaß!
Den Rest verdränge ich ....... bis es soweit ist.
Euer Willi
6.7.:
Es ist geschafft!!!
Gestern morgen bekam ich nichts zu futtern und das hat mich sehr misstrauisch gemacht.
Und um 13 Uhr war ich schon wieder Mittelpunkt des Interesses.Das ist gefährlich.Ich sollte einen Maulkorb aufsetzen - wieso eigentlich?Die wissen doch alle ganz genau : ich hasse diese Dinger.Und ich habe mich durchgesetzt!
Die Autofahrt war ja ganz locker und auch beim TA war ich ziemlich friedlich.Es roch da wirklich richtig gut!Plötzlich wurde ich müde und dann wurde es ganz dunkel um mich herum.
Aufgewacht bin ich dann im Tierheim - mit Halskrause!!Wie furchtbar.
Nachdem ich wieder ganz bei Sinnen und Kräften war,habe ich mich dieses Dinges ziemlich rasant entledigt.
Jetzt muß ich erst einmal grübeln,ob ich den Zweibeinern immer noch vertraue.Heute jedenfalls war ich beleidigt (früher sagte man auch "muksch").

Und fotografieren lassen in diesem desolaten Zustand kommt gar nicht in die Tüte!
Aber Susanne hat mir gesagt,daß Nadine angerufen und sich nach mir erkundigt hat - das baut auf!
Bis bald
Willi
17.7.:
Endlich!
Die Kastrationsnarbe ist gut verheilt und allmählich habe ich alle wieder ein wenig lieb.
Die zwei Wochen Urlaub von Stefan und Gabi müßten auch bald vorbei sein.Ich habe genau mitgezählt,obwohl mir eine kurze Zeitspanne fehlt.
Und was soll ich sagen?
Heute Nachmittag waren sie da!
Ich habe mich so sehr über das Wiedersehen gefreut,daß Gabi sich kaum retten konnte ;-).
Und endlich - endlich konnte ich meinen Zwinger in Richtung neues Zuhause verlassen.
Nächstes Wochenende muß ich aber noch einmal hierher zurück.Aber das schaffe ich locker.


Jetzt heißt es erst einmal :
Nix wie weg.........
Wünsche euch allen eine schöne Woche !
Euer Willi
9.11. :
Hallo,ich bin's,euer Willi !!
Susanne hat mich letzte Woche besucht,wollte mal sehen,wie ich den Tag verbringe.
Na ja,wie soll man den verbringen als geliebter Mittelpunkt der Familie?
Natürlich so,wie es sich gehört ;-))
Ich habe meinen eigenen Sessel,auf den ich mich jederzeit zurückziehen kann.Im Haus stehen alle Türen für mich offen.Ich kann in den Garten,wenn ich es möchte.Ich war schon mit in Urlaub an der Küste und habe dort mehrere Hunde - Freundschaften geschlossen.Auch hier in Soltau bin ich fast immer mit von der Partie,wenn Gabi und Stefan "auf Freizeit" sind : z.B.Wochenmarkt.Da habe ich auch schon einige bekannte Gesichter getroffen.Und alle loben mich,sagen,daß ich mich sehr vorbildlich benehme.Das fällt mir auch fast gar nicht mehr schwer,denn ich möchte mein neues Zuhause unbedingt behalten !! Hier bekomme ich auch noch reichlich von dem,was ich besonders brauche : Streicheleinheiten.......
Und ich will auch nicht mehr alles haben,was anderen gehört : ich habe Susanne's Kamera auf dem Tisch liegen lassen,obwohl die Schlaufe von der Tischkante baumelte.Vor einigen Wochen hätte ich das Ding glatt geklaut und wäre damit abgehauen :-)) Diese wilden Zeiten sind vorbei.
Wenn nur die Vögel nicht wären ! Die bringen mich immer noch in Wallung und wegen dieses Gezwitschers höre ich dann nicht,wenn ich gerufen werde ;-) Aber jeder darf doch eine kleine Macke pflegen,oder???
Ich wünsche allen,die ich kenne,eine schöne und aufregende Zeit.Genießt euer Leben - ihr habt nur dieses eine !
Euer Willi
Auf Tuchfühlung mit Willi…
von Sandra
Der Erstkontakt mit Willi in der Hundepension wurde zu einer Herausforderung. In der Pension wurde mir eine Mitarbeiterin an die Seite gestellt, die Willi am Besten kannte. Ich ging also mit besagter Mitarbeiterin ins Hundehaus. Durch endlos lange Flure mit endlosen Boxen, in denen vereinzelt Hunde saßen. …und noch eine Tür und da wartete Willi auch schon. Ganz allein in der Abteilung, ohne Artgenossen und kaum Kontakt zur Außenwelt.
Vorsichtshalber hatte ich mich mit Leckerchen und zwei Leinen bewaffnet, da mir im Vorfeld gesagt wurde, es wäre schwierig mit ihm Gassi zu gehen.
Wir wurden von Willi freudig empfangen. Trotzdem ließ ich die Mitarbeiterin als erstes in die Box und blieb erstmal abwartend draußen stehen. Sie versuchte nun Willi das Geschirr anzulegen. Willi biss ins Geschirr und riss daran bis die Pflegerin losließ und schon rannte er damit in seinen Auslauf. Somit war dieses Geschirr verloren. Ein neues musste her.
In der Zwischenzeit habe ich mich etwas bekannt gemacht mit dem Kerlchen und so versuchten wir nun mit vereinten Kräften erneut ein Geschirr anzulegen. Ich habe ihn vorne abgelenkt mit Leckerchen und die Pflegerin gab ihr Bestes. Allerdings ohne Erfolg. Willi verbiss sich ständig im Geschirr und rangelte damit. Die Pflegerin sagte mir, dass es normalerweise nicht so kompliziert wäre.
Dann trat Plan B in Kraft. Wir versuchten es mit einem Halsband – das geht schneller… v das gleiche Szenario…
Nach gefühlten 3 Stunden (in Wirklichkeit aber „nur“ 30 min) hatte Willi endlich ein Halsband um und wir konnten nach draußen. Nun mussten wir aber erst noch an den anderen Hunden vorbei. In seiner Anspannung versuchte er mir ständig in die Beine zu beißen sobald wir uns einer bewohnten Hundebox näherten. Doch das volle Ausmaß sollte ich erst draußen erfahren. Die Pflegerin hatte vorsichtshalber noch ein Spielzeug mitgenommen um ihn abzulenken. Aber Willi wollte an diesem Tag alles haben…
Es war mir zu keiner Zeit möglich, auch nur annähernd etwas Kontrolle über diesen Hund zu bekommen. Er verbiss sich in der Leine und zerrte daran. Sobald ich eine Leine fallen ließ und die zweite Leine aufheben wollte hing er sofort an der Leine, riss und zerrte daran und nicht selten war ein Finger oder meine Hand dazwischen.
OK, Gassi gehen wird wohl nichts. Na dann versuchen wir unsere Glück mal im Auslauf.
Im Auslauf endete die Odyssee jedoch auch nicht. Ich ließ von ihm ab und alle Leinen los und versuchte ihn zu ignorieren. Ich ging spazieren, versteckte Leckerchen und machte Blödsinn mit ihm. Er folgte mir mit Aufmerksamkeit und lernte schnell was ich von ihm wollte. Zum Abschluss gab es Kuscheleinheiten, denn er liebt es, wenn er den Bauch gekrault bekommt. Dabei kann er auf der Stelle einschlafen. Aber wehe die Hand geht zum Boden um etwas aufzuheben…jedenfalls hängt dann auch immer ein Willi mit dran.
Mein Fazit des Tages: Willi ist ein nicht Artgerecht gehaltener, völlig vernachlässigter und fehlgeleiteter Hund mit sehr viel Druck, den er nicht anders kompensieren kann als in Schnappen. Und er hat sehr viel Charme und Witz. J
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